Chemie in der Landwirtschaft – richtig oder falsch?

Bei der Chemie, die ihre Anwendung in der Landwirtschaft findet, handelt es sich um die sogenannte Agrarchemie. Diese befasst sich mit der Gesundheit von Tieren, der Abwehr von Schädlingen, dem Schutz von Pflanzen und den chemischen Vorgängen in landwirtschaftlich genutzten Böden zu der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Ob die Nutzung dieser Chemikalien für die Pflanzen, die Tiere und in erster Linie vor allem für den Menschen allerdings so gut ist, das ist ein umstrittenes Thema. Besonders aktuell protestieren die Bauern, sie wollen die erlernte Landwirtschaft ausüben, ohne sich dabei um die Schäden, welche die Nutzung von Chemikalien verursacht, sorgen zu müssen. Ob es mit der Ernte heutzutage allerdings noch ganz ohne die Verwendung der Agrarchemie klappt, ist ein anderes großes Thema. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit diesen Themen und werfen einen Blick auf die negativen und positiven Seiten der Agrarchemie, sowie die allgemeinen Schwierigkeiten, die heute in der Landwirtschaft auftreten.

Fakt ist, dass die Chemie der Landwirtschaft große Vorteile bringt. Durch die Agrarchemie können Ernteausfälle und damit auch eine mögliche Hungersnot bekämpft werden. Gleichzeitig steht sie allerdings im europäischen Raum auch in der Kritik, da sie nicht nur Schäden an Menschen und Natur hinterlässt, sondern auch die Grundsätze zur Nachhaltigkeit verletzten soll.

Blicken wir im ersten Schritt, auf die Vorteile, welche die Agrarchemie in der Landwirtschaft mitbringt:

+ Sie sorgt für ein verbessertes Pflanzenwachstum
+ Gilt als großindustrieller Produktionsbereich
+ Starker Forschungs- und Entwicklungsbereich
+ Sowohl Saatgut als auch Ernte werden vor Schädigungen bewahrt
+ Die Ausbeute und auch die Qualität der Ernte steigert sich
+ Die Ernährung der Bevölkerung kann sichergestellt werden

Anschließend sollten wir die Probleme betrachten, mit welchen die heutige Landwirtschaft generell konfrontiert ist:

– Bauern sähen ungenügende Fruchtfolgen
– Es gibt immer weniger Pflanzenvielfalt auf dem Land
– Vernichtung der Ernte durch Insekten und Pilzbefall
– Bei wachsender Bevölkerung, weniger Anbauflächen und erhöhter Nachfrage nach Biokraftstoffen kann die Nachfrage nach Obst, Gemüse und Getreide nicht mehr befriedigt werden
– Die Resistenz von Insekten und Pflanzen nimmt dramatisch zu

Allgemein kann festgestellt werden, dass das Überleben der Landwirtschaft ohne enormen Chemieaufwand gefährdet ist. Allerdings stehen wir auch in der Agrarchemie vor einer großen Schwierigkeit: die Chemikalien verlieren an Wirksamkeit. Wie bereits erwähnt wächst die Resistenz der Pflanzen und Tiere gegen gängige Agrarchemikalien wie Insektiziden, Düngermittel und Herbiziden. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Acherfuchsschwanz Unkraut. Es gibt nur noch sehr wenige Herbizide in Deutschland, die für die Vernichtung des Unkrauts wirksam sind. Breitet sich dieses auf einen Ackerfeld allerdings aus, dann müssen nach europäischem Gesetz alle Äcker brach gelegt werden, damit dieses Unkraut anschließend mechanisch beseitigt werden kann. Dabei entfällt für betroffene Bauern die Ernte von mindestens einem Jahr. Darüber hinaus ist nie garantiert, dass das energische Unkraut nach erfolgreicher Vernichtung nicht wiederkehrt. Breitet sich der Ackerfuchsschwanz auf einem Getreidefeld aus, ist mit einem Ernteausfall von bis zu 50% zu rechnen.

Ein weiteres Problem stellen Bodenpilze und Würmer dar. Diese befallen zum einen vor allem Kartoffeln und fressen zum anderen Wurzeln. Ist ein Acker von Bodenpilzen befallen, kann dieser heute aufgrund seiner Resistenz kaum noch bekämpft werden. Vorgeschrieben ist, dass in diesem Falle solange nicht mehr angebaut werden darf, bis die Schädlinge vollständig beseitigt sind. Bei einem Bodenpilzbefall kann die vollständige Vernichtung 30 bis 50 Jahre in Anspruch nehmen. Die Berufung eines betroffenen Bauern ist damit so gut wie hin.

Wie es dazu kommen konnte, wird von Forschern wie folgt erklärt: Die Bauern verzichten darauf, langfristige Folgen bei der Wahl ihrer Saaten zu berücksichtigen. Vielmehr treffen sie ihre Entscheidungen in Hinsicht auf die aktuelle Preislage. Daher bauen einige Bauern zum Beispiel alle zwei Jahre Kartoffeln an, was viel zu häufig ist, ihnen aber gutes Geld einbringt. Es sei allgemein bekannt, dass ein Zyklus von drei Jahren in der Fruchtfolge reichen soll, um Schädlinge wie Bodenpilze und Würmer fern zu halten. Jetzt ist es soweit, dass die Bauern für ihre unüberdachten Taten zahlen müssen.

Sowohl die Landwirtschaft als auch die Agrarchemie stehen jetzt vor einer schwierigen Aufgabe. Während neue Insektizide benötigt werden würden, macht es ihnen das Gesetzt nicht leicht. Die Anforderungen der Umwelt und Gesundheit in der Pestizidzulassung steigen fortlaufend und führen zu enormen Hindernissen. Beispielsweise soll eine Bienenprüfrichtlinie in Kraft treten. Das würde für die Landwirtschaft bedeuten, dass Insektizide gar nicht mehr zugelassen werden könnten. Aktuell befindet man sich hier also in einem Teufelskreis.

Was können wir also tun, damit die Landwirtschaft stabil bleibt?
Das ist eine Frage, die sich sowohl Bauern als auch Forscher der Agrarchemie aktuell stellen. Eine genaue Antwort gibt es darauf zum heutigen Zeitpunkt noch nicht.

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