Mangel an Lehrkräften für Chemieunterricht an Schulen

Immer weniger Studenten wagen den Schritt ins Lehramt. Vor allem überwiege hier heutzutage die Angst vor dem generellen Studium. Die Masse an Informationen, die hier weitergegeben und aufgefasst werden muss, lässt viele erschrecken. Längst nicht mehr nur Schuldirektoren, sondern auch Minister zerbrechen sich den Kopf darüber, wie man mehr junge Menschen dazu motivieren könnte, wieder ein positives Interesse für wissenschaftliche Studien aufzubauen. Sollte tatsächlich das Lernmaterial oder der Informationsstoff verändert, wenn nicht sogar verringert werden? Wie viel Wissen ist tatsächlich notwendig, um Schüler in einem Fach wie Chemie unterrichten zu können?

Fakten besagen, dass bis zum Jahr 2020 jährlich bis zu 500 Lehrkräfte in den sogenannten MINT-Fächern fehlen werden. Darunter fällt nicht nur Chemie, sondern auch Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Das ganze Land steht in Hinsicht auf die Besetzung der Lehrfächer vor großen Herausforderungen. Bereits in diesem Jahr gab es enorme Schwierigkeiten an Gymnasien, an denen Lehrkräfte wortwörtlich dazu verpflichtet waren, in einem der Mangelfächer einzuspringen. Die Zukunft sieht womöglich noch viel schlimmer aus, wenn es hinsichtlich der Lehramt Studien keine Änderungen gibt.

Wie mit dem Lehrermangel umgegangen wird

Immer mehr Schulen greifen aufgrund des Lehrermangels auf Quer- und Seiteneinsteiger zurück. Dadurch haben aktuell viele Diplomaten ohne gültiges Staatsexamen die Möglichkeit, an Schulen zu unterrichten. Hier wird allerdings dringend gefordert, dass bundesweite Weiterbildungsprogramme angeboten werden, die vor einer Einstellung absolviert werden müssen. Tatsächlich halten sich daran bisher aber nur wenige. Häufig werden Schüler mit Vertretungen vertröstet, die zwar mit reichlich Wissen glänzen können, allerdings nur mangelhafte Lehrbefähigung besitzen. Auch die Vertretungen oder gar die Quer- und Seiteneinsteiger, die in Vollzeit beschäftigt werden, fühlen sich oftmals überfordert. Sie werden ohne eine angemessene Vorbereitung wortwörtlich auf Schulklassen losgelassen und müssen sofortig eine hohe Stundenanzahl unterrichten. Meist werden die vorübergehenden Lehrkräfte nicht einmal von erfahrenen Lehrern begleitet und können damit einen bereits einen sehr schweren Start erleben.

Die Schulen, die keine ohne nur sehr begrenzt Vertretungskräfte finden, streichen die entsprechenden Unterrichtsstunden einfach vom Stundenplan der Schüler. Das mag schon jetzt weitere schwere Auswirkungen auf die Zukunft haben, denn mit extrem wenig bis hin zu gar keinem Chemieunterricht an der Schule, wird es künftig kaum noch qualifizierte Lehrlinge geben. Geschweige denn, dass es schwer ist, das Interesse an der Chemie zu wecken, wenn diese nicht ansatzweise an den Schüler gebracht wird.

Das Lehramt für Chemie wird zu schwer

Aufgrund der neuen Mittelschulen, an denen Schüler der Altersklassen 10 bis 19 Jahre gemeinsam unterrichtet werden, gibt es auch große Veränderungen in der Lehrerausbildung. Das Studium soll deutlich umfangreicher werden, dabei wurde dieses schon zuvor von vielen gefürchtet, die eigentlich nichts lieber tun würden. Das Studium wird zum einen kein sechs-, sondern ein achtsemestriges Studium sein. Darüberhinaus wird Chemie und Physik jeweils als eigenständiges Studienfach stehen. Zuvor waren diese noch in Kombination studierbar. Dadurch steigert sich die fachwissenschaftliche Ausbildung natürlich enorm. Während bisher bloß 16 Leistungspunkte absolviert werden mussten, sollen es künftig ganze 90 Leistungspunkte sein. Für viele platzt dadurch der Traum des Lehramtes, da ihnen das Studium für viel zu schwer erscheint.

Aus der Vergangenheit ist bereits bekannt, dass selbst nach Absolvierung eines Chemiestudiums gut 50% der Absolventen sich letztendlich doch gegen das Lehramt entscheiden. Kommt es nun in den folgenden Jahren auch noch zu einer viel geringeren Zahl der absolvierenden Studenten, dann werden Chemielehrer bald einer sehr raren Spezies angehören.

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