Die Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie und die Abzocke für Bedürftige

Es ist durchaus kein neues Thema, ganz im Gegenteil, schon seit Jahren wird kontrovers über dieses Thema diskutiert. Die Therapiekosten übersteigen bei Weitem die Produktionskosten und die Endverbraucher werden durch ihre Bedürftigkeit in den Ruin getrieben oder können sich im noch schlimmeren Fall die Medikamente gar nicht mehr leisten. Mittlerweile geht es bei den Preisen nur noch um den Profit, somit könnte es bald sogar sein, dass das gesamte Gesundheitssystem unfinanzierbar wird.

Höhere Kosten in der Pharmaindustrie

Mit seinem neuen Arzneimittelgesetz wollte der Gesundheitsminister Gröhe eigentlich auch eine Preisbremse einführen. Seltsamerweise wurde ihm diese von den Koalitionsfraktionen aber gestrichen, da fragt man sich als Bürger doch direkt, ob dies zum Nutzen der Pharmaindustrie geschah. Das gefährliche daran ist, dass sich die Pharmakonzerne zusammenschließen, wenngleich auch nur für ein bestimmtes Ziel; den Profit. Es sind nicht die Forschungskosten, woran sich der Preis eines Medikaments orientiert und an den Produktionskosten schon mal gar nicht, sondern ganz allein am Marktwert, was wirklich unfassbar ist.

 Die aggressive Preispolitik mancher Konzerne bei neuen Medikamenten bedroht somit nun auch schon die Finanzierbarkeit der Gesundheitsprobleme in solch reichen Industrieländern wie Deutschland. Dabei geben nur wenige europäische Länder mehr Geld für ihr Gesundheitssystem aus als Deutschland, was jedoch nicht gleichzeitig bedeutet, dass es besonders effizient ist. Einige Mitglieder des Fachausschusses für Transparenz und Unabhängigkeit in der Medizin der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft sind darüber hinaus davon überzeugt, dass die Industrie eine bewusste intransparente Preispolitik führt, denn nichts wird preisgegeben, weder wie viel die Unternehmen für Forschung, noch wie viel sie für die Entwicklung benötigen.

Es gibt jedoch einige Ärzte, welche sich nicht mit diesem Zustand abfinden werden und Eigeninitiative ergreifen. So hat sich auch bereits 2006 eine Initiative von Ärzten gegründet, die „Mezis“, dies steht als Abkürzung für “ Mein Essen zahl ich selbst“. Sie lehnen sich gegen die gegenwärtige Situation auf und sind nicht mehr bereit, bei der traditionellen Kooperation zwischen der Ärzteschaft und der Pharmaindustrie mitzumachen. Oftmals nehmen wir an, dass die Hersteller der Medikamente nur wichtige Quellen für die Informationen über die Wirkungsweise neuer sowie auch alter Medikamente dienen und Aufklärer über Therapien von Krankheiten. Nein, darüber hinaus sponsern sie auch seit einiger Zeit große Teile des beruflichen Werdeganges eines Mediziners, sprich Weiterbildungen oder sonstige Veranstaltungen. Daher ist es nun Ziel der Initiative der Mezis, dass die Mediziner so gut es geht unabhängig von der Beeinflussung durch die Geldmacher Industrie sind.

Es ist wirklich überaus traurig, dass zwischen den von den Herstellern festgelegten Preisen und den Entwicklungskosten für neue Medikamente keinerlei Zusammenhang besteht. Vor allem sollte man hierbei die Produktionskosten genauer betrachten. Als Beispiel nennen wir einmal das neue Medikament gegen Hepatitis C Sofosbovir. Während die Jahrestherapiekosten pro Patient stolze 43.500 Euro betragen, belaufen sich bei diesem Medikament die Produktionskosten für den Patienten für ein Jahr lediglich auf 100 Euro.

Ist das wirklich nötig? Muss heutzutage wirklich auf solche Methoden zurückgegriffen werden, obwohl wir wissen, dass man sehr viele Menschen damit ins Unglück stürzen oder tatsächlich umbringen kann? Aus dieser Sicht ist es kein Wunder, dass Betroffene selbst illegale Wege einschlagen und versuchen, die Medikamente aus dem Ausland zu beschaffen, bei welchen sie manchmal nur hoffen können, an das richtige Medikament zu gelangen. Arme Pharmaindustrie…

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